Oper 21 – Verwaltungsspitze und Land erwachen aus dem Tiefschlaf

Die Diskussion um die Sanierung und Erweiterung der Stuttgarter Oper ist um mehrere Kapitel reicher geworden. „Wir haben als Fraktion vor über zehn Jahren beantragt, dass es für die Opernsanierung mehrere Varianten braucht – vor allem mit Blick auf die zu erwartenden Kosten. Dies wurde weder von Stadt noch von Land an irgend einer Stelle berücksichtigt. Dass OB Nopper und Ministerpräsident Özdemir jetzt auf die Idee kommen, dass Experten die Opernpläne jetzt untersuchen sollen, klingt für uns wie ein Erwachen aus einem jahrelangen Tiefschlaf“, sagt Fraktionssprecher Hannes Rockenbauch (SÖS).

„Wir haben im Laufe der Jahre unsere Vorschläge zur dringend notwendigen Sanierung der Oper immer wieder weiterentwickelt. Am Anfang haben wir uns für das Paketpostamt als dauerhafte Spielstätte der Oper stark gemacht. Mit unserem jüngsten Antrag („Entscheidung über Interimsoper verschieben – Varianten prüfen!“ vom 27.07.2026) haben wir gefordert, dass der Standort an den Wagenhallen zur dauerhaften Spielstätte für die Oper wird. Damit können die bestehenden Planungen an den Wagenhallen genutzt werden, was erheblich Zeit und Kosten sparen würde. Gleichzeitig würde sich das Bauvolumen am Littmannbau erheblich reduzieren und die Sanierungszeit verkürzen. Hierdurch würden nicht nur große Geldbeträge eingespart werden, sondern dadurch wäre auch eine städtebaulich verträgliche Lösung zwischen Eckensee und B14 möglich“, sagt die kulturpolitische Sprecherin der Fraktion, Guntrun Müller-Enßlin (SÖS).

„Dass jetzt die CDU mit einer Panikreaktion auf die drohenden Milliardenkosten reagiert zeigt, dass sie sich jahrelang geweigert hat, die Realitäten anzuerkennen. Mit der Kurzschlussreaktion, eine Expert*innenkommission einzuschalten zeigt sie ihre Hilflosigkeit bei dem Thema Opernsanierung“, so Hannes Rockenbauch weiter. „Der Vorschlag der SPD-Landtagsfraktion ist genauso hilflos und realitätsfremd: Würde man die Oper jahrelang auf Tournee schicken, würden viele Arbeitsplätze in den Werkstätten dauerhaft wegfallen – das ist jedenfalls nicht unsere Vorstellung von Kulturpolitik“, sagt Guntrun Müller-Enßlin.

„Dass ausgerechnet der Stuttgart-21-Fan Günther Oettinger jetzt das Projekt Opernsanierung moderieren soll, bestätigt unsere Befürchtung einer Oper-21. Von Oettinger erwarten wir uns keinerlei zielführende Impulse für das Vorhaben Opernsanierung“, so Rockenbauch weiter. „Günther Oettinger hatte damals als Ministerpräsident die Finanzierungsvereinbarung für Stuttgart 21 mit einer Kostenobergrenze von 4,5 Milliarden Euro unterzeichnet. Und das, obwohl die Landesregierung intern längst von Kosten in Höhe von bis zu 6,5 Milliarden Euro ausging. Dank dieser mutwilligen Täuschung der Öffentlichkeit ist Oettinger einer der Hauptverantwortlichen für das Milliardengrab Stuttgart 21. Damit hat sich Günther Oettinger als Moderator für das Opernprojekt disqualifiziert. Wir können nicht akzeptieren, dass dieser skandalöse Umgang mit Steuergeldern Günther Oettinger dafür qualifizieren sollte, das aus dem Ruder gelaufene Opernprojekt zu retten“, so Rockenbauch abschließend.

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