S21: Viel Lüge – wenig Züge

Der sogenannte Stresstest zu Stuttgart 21, also die Frage, wie viele Züge das tiefergelegte Bahnhöfle von S21 in der Spitzenstunde bewältigen können soll, wurde im Jahr 2011 durchgeführt. Entgegen der Zusagen von Bahn und der Beratungsgesellschaft SMA wurde das Aktionsbündnis gegen Stuttgart 21 NICHT beteiligt. Heute wissen wir warum: Der Chef der Beratungsgesellschaft SMA, Werner Stohler, die damals den Stresstest begleitet bzw. durchgeführt haben, hat jetzt bestätigt, dass die damaligen Kapazitätsberechnungen wertlos seien. Wörtlich sagt Strohler „Ich habe eben selber nicht an diese Kapazitätsberechnungen geglaubt, weil sie für mich wissenschaftlich aber wertlos waren“. Mit anderen Worten: es wurde gelogen und betrogen.

Die Diskussion war mit dem Abschluss des Stresstests ja nicht vorbei: Am 22. März 2017 war in der Stuttgarter Zeitung zu lesen, die Bahn sage es gebe keine Verringerung Gegenüber dem heutigen Kopfbahnhof, was „durch den Stresstest nachgewiesen worden sei“. Schon damals hat Professor Ingo Hansen von der holländischen TU Delft kritisiert, „die von den Stresstestsimulationen berichtete Leistungsfähigkeit viel zu optimistisch ist verglichen mit den praktischen Erfahrungen“.

Von den Entscheidungsträgern damals wie heute wurde dies in keiner Weise berücksichtigt, sondern mit dem Tunnelblick am Milliardenmurks weitergebaut.

Die Konsequenz aus diesem neuerlichen Skandal kann nur sein: den bestehenden Kopfbahnhof sanieren, erhalten, ausbauen, die Gäubahn dauerhaft oberirdisch in den Kopfbahnhof fahren zu lassen und das Milliardengrab Pfaffensteigtunnel beenden.

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