Wir beantragen,
- Die Verwaltung stoppt die derzeitigen Planungen zur Villa Berg
- Statt dessen legt sie einen Plan vor, wie die Villa Berg, in ihrem Bestand erhalten, saniert und zeitnah als von Bürger*innen gemeinnützig verwaltetes „Haus für Musik und mehr“ in Betrieb genommen werden kann, analog zu GRDrs 991/2016.
- Die Pläne zur Erweiterung durch einen unterirdischen Konzertsaal, samt Anlieferung werden genauso eingestellt, wie ein weiterer personalintensive Aufbau eines eigenen Kulturbetriebs beim Kulturamt.
- Das zukünftige Raumprogramm der Villa Berg orientiert sich am Bestand und den ursprünglichen durch das Nutzungskonzept Villa Berg „Ein offenes Haus für Musik und Mehr“ Leitlinien (GRDrs 991/2016).
Begründung:
Seit nunmehr elf Jahren ist die Villa Berg wieder im Besitz der Stadt. Mit der Vorlage „Villa Berg Einigung mit dem derzeitigen Eigentümer“ (GRDrs 527/2015) hat der Gemeinderat am 16. Juli 2015 einstimmig beschlossen, das denkmalgeschützte Gebäude zu kaufen.
Mit der „Sanierung Stuttgart 29 – Teilgebiet Stöckach, Künftige Nutzung von Villa und Park Villa Berg, Beschlussfassung zu den Leitlinien aus der Bürgerschaft & weiteren Beauftragungen für die Villa“ (GRDrs 991/2016) folgten weitere Schritte. 2018 wurde der „Grundsatzbeschluss Offenes Haus für Musik und Mehr“ (GRDrs 3/2018), der Investitions-Kosten in Höhe von 39 Mio. Euro beinhaltete, beschlossen.
Seit 2015 sind mehr als 10 Jahre vergangen. Es wurde viel beteiligt und geplant. Der nun auf dem Tisch liegende Vorschlag hat nicht mehr viel mit den damals diskutierten Vorschlägen gemein. Aus der Sanierung der Villa und einer gemeinnützigen Trägerschaft der Bürger*innen ist ein eigenständiger Kulturbetrieb mit städtischen Mitarbeitern geworden. Die Sanierungskosten sind vor allem wegen des zweiten unterirdischen Saals auf unglaubliche 104 Mio. Euro angewachsen.
Nicht ohne Grund hat der Gemeinderat die Weiterplanung der Villa Berg in den letzten Haushaltsberatungen um ein Jahr verschoben. Dieses Jahr neigt sich nun auch dem Ende.
Da sich bei den städtischen Finanzen keine Entwarnung ankündigt und der Gemeinderat und die Verwaltung weiter drastische Kürzungen bei Kultur, Bildung, Sozialem und städtischem Personal erarbeiten, ist es jetzt an der Zeit, die Notbremse bei diesem Projekt zu ziehen. Die überambitionierten Planungen zur Erweiterung der Villa Berg müssen verworfen werden und die Sanierung wie ursprünglich im Plan A geplant im Bestand angegangen werden.
Der fortschreitende Verfall der Villa Berg muss umgehend gestoppt werden. Die Villa muss ertüchtigt und saniert werden. Das Raumprogramm muss sich am Bestand und den ursprünglichen Plänen orientieren – ein zweiter unterirdischen Veranstaltungssaal sowie die geplanten unterirdische Anlieferungen für Lkw gehören gestrichen.



