Laut Landeskriminalamt Baden-Württemberg haben sich rechtsradikale Angriffe in Stuttgart innerhalb von vier Jahren verdoppelt. Das ist eine zutiefst besorgniserregende Entwicklung. Für Migrant*innen bedeutet das mehr Angst, Unsicherheit und das Gefühl, im eigenen Alltag bedroht zu sein. Gleichzeitig ist es ungerecht, wenn nach Straftaten einzelner Migrant*innen die Daseinsberechtigung aller infrage gestellt und zwischen sogenannten „guten“ und „schlechten“ Migrant*innen unterschieden wird. Selbstverständlich müssen Straftaten konsequent verfolgt werden, jedoch unabhängig von der Herkunft. Die Taten Einzelner dürfen niemals dazu führen, eine ganze Bevölkerungsgruppe unter Generalverdacht zu stellen. Migrant*innen müssen sich nicht rechtfertigen, um das Recht auf ein Leben in Würde, Sicherheit und Freiheit zu haben. Sie müssen nicht erst beweisen, um als gleichwertige Menschen respektiert zu werden. Wenn wir über Kriminalität sprechen, müssen wir über konkrete Täter*innen sprechen. Und wenn rechtsradikale Gewalt zunimmt, müssen wir ebenso die Angst und die Sorgen der Betroffenen ernst nehmen. Rechtsradikalismus gefährdet Demokratie, Menschenwürde und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Deshalb muss ihm frühzeitig und konsequent entgegengetreten werden. Wegschauen ist keine Option – es ist Zeit zu handeln, bevor es zu spät ist. Niemand sollte Angst haben müssen, aufgrund seiner Herkunft angegriffen oder infrage gestellt zu werden. Sicherheit, Würde und Menschenrechte sind keine Privilegien, die man sich verdienen muss. Sie stehen allen Menschen zu – unabhängig von ihrer Herkunft.




