2,493 Milliarden Euro: Kostenexplosion beim Pfaffensteigtunnel vor dem Baubeginn

Die Tage hat das Bundesverkehrsministerium den Plan für die künftige Infrastruktur den Bahnverkehrs in Deutschland vorgelegt, den sogenannten Infraplan. Wer es bis zur Seite 37 des Planwerks geschafft hat sieht, dass die bisher geplanten 1,69 Milliarden Euro für den Pfaffensteigtunnel jetzt auf 2,493 Milliarden explodiert sind. „Wer noch vor Baubeginn eine Kostenexplosion in Höhe von 800 Millionen Euro oder 47 Prozent eingestehen muss, ist entweder vollkommen planlos oder er hat zuvor bei den Kosten gelogen. Dieser Raubzug durch die öffentlichen Kassen muss endlich beendet werden“, sagt Fraktionssprecher Hannes Rockenbauch (SÖS). „Einmal mehr hält die Bahn ihr Transparenzversprechen auch unter Bahnchefin Evelin Palla nicht: die Kostenexplosion des Pfaffensteigtunnels wurde im Infraplan beiläufig unter vielen anderen Projekten genannt und steht ohne jede Erklärung da“ kritisiert Fraktionssprecherin Johanna Tiarks (Die Linke).

„Die neuerliche Kostenexplosion muss zu einem generellen Umdenken führen: Dieser Pfaffensteigtunnel ist maximal unnötig, zumal die Verbindung die er schaffen will – nämlich zum Stuttgarter Hauptbahnhof – bereits besteht und ironischerweise die Tage saniert wird“, sagt Johannan Tiarks mit Verweis auf die Instandhaltungsmaßnahmen auf der Panoramabahn. „Das Geld für den Pfaffensteigtunnel wird an andere Stelle so viel dringender gebraucht – zum Beispiel beim durchgehend zweigleisigen Ausbau der Gäubahn. Wir halten es für dringend geboten, den Pfaffensteigtunnel generell infrage zu stellen und jetzt auf keinen Fall blind drauf los zu bauen“, so Rockenbauch weiter.

„Dass ausgerechnet die Projektgesellschaft von Stuttgart 21 den Pfaffensteigtunnel jetzt baut ist ein Garant dafür, dass es weitere Kostenexplosionen und Bauzeitverzögerungen geben wird. Die Versager-Runde der Projektgesellschaft hat das in den letzten Jahren mehr als deutlich unter Beweis gestellt, dass sie es einfach nicht können“, sagt Johanna Tiarks.

Stuttgart 21 gehört laut Verkehrsministerium nicht mehr zur Bahninfrastruktur

Eine weitere Besonderheit hat der Infraplan aus Stuttgarter Sicht noch zu bieten: In einer Fußnote auf Seite 34 ist zu lesen: „Maßnahmen im Zusammenhang mit Stuttgart 21 werden von der DB InfraGO AG als Bestandsnetzprojekte eingeordnet und sind daher ebenfalls nicht aufgeführt.“ Das kommentiert Hannes Rockenbauch: „Das Bundesverkehrsministerium legt einen Plan vor für die Bahninfrastruktur in ganz Deutschland und lässt Stuttgart 21 einfach weg? Das ist skandalös, zumal Stuttgart 21 meilenweit davon entfernt ist ein Bestandsprojekt zu sein. Es ist nach wie vor die größte Steuergeld-Verbrennungsmaschine der Bahn AG.“

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