Es schien so einfach. Nach der Verwaltungsratssitzung der Staatstheater sollte der Gemeinderat noch vor der Sommerpause den Grundsatzbeschluss für ein abgespecktes Opern-Interim in Höhe von 289 Mio. Euro an den Wagenhallen durchwinken. Noch vor zwei Wochen deutete nichts auf Widerstand hin. Aber siehe da: Kurz vor der Sitzung lagen plötzlich gleich vier Änderungsanträge von SPD/Volt, CDU, FDP sowie unserer Fraktion auf dem Tisch. Erstmals gab es in Bezug auf die geplante Opernsanierung kein Ja – eine neue Ära begann. Plötzlich sind wir mit unserer Kritik an den Plänen zur zweifellos notwendigen Sanierung nicht mehr allein. Eine erfreuliche Entwicklung, zeigt sie doch, dass Realitätssinn im Gemeinderat nicht ganz auf der Strecke geblieben sind. Allerdings: Warum kommen die Vorbehalte so spät? Warum erst jetzt?
Hätte man nicht, wie von uns gefordert, früher mit Alternativen planen müssen, auf die man jetzt zurückgreifen kann? Durch das jahrelange Weiter so ist wertvolle Zeit verstrichen, der Grundsatzbeschluss nun auf September vertagt worden.
Wir bleiben bei unserem Vorschlag, das Interim so zu bauen, dass es künftig als regulärer Spielort für die Oper genutzt werden kann und nur das Ballett im Schlossgarten verbleibt. Dafür sprechen nicht nur Einsparpotentiale in womöglich dreistelliger Millionenhöhe. Gebaut wurden die Staatstheater einst für 800 Mitarbeitende, heute beschäftigen sie insgesamt rund 1.500. Das für
die gewachsene Belegschaft notwendige Raumprogramm ist an einem einzigen Ort im Schlossgarten kaum zu verwirklichen, die Kosten nicht mehr vermittelbar.




